Das Hamburger Stadtwappen

Hamburger Stadtwappen auf Kanaldeckel

An vielen Stellen im Hamburger Stadtbild trifft auf das Hamburger Wappen. Es schmückt Kanaldeckel, die Masten vieler Schiffe im Hafen und auch viele Hamburger hissen eine Hamburger Flagge in ihrem Vorgarten. Laut Hamburger Verfassung darf jeder Bürger das kleine Staatswappen und die Landesflagge frei verwenden. 

Bereits im 13. Jahrhundert sah das Wappen so ähnlich aus wie heute, eine Burg mit drei Türmen. Aber im Laufe der Zeit gab es davon unterschiedliche Abwandlungen. Das Tor war mal geschlossen oder offen. Es gab auch Versionen, in denen ein Fallgitter statt eines Tores zu sehen war.

Das Kreuz auf dem mittleren Turm wird dem Mariendom zugeschrieben, die beiden Sterne über den äußeren Türmen bezeichnet man deshalb auch als Mariensterne. Es ist jedoch nicht eindeutig geklärt, ob diese Deutung stimmt.

Den Mariendom sucht man vergeblich im Hamburger Stadtbild. Er wurde in den Jahren 1805 bis 1806 abgerissen. Er befand sich bis dahin im ältesten Teil Hamburgs in unmittelbarer Nähe zur heutigen Petri-Kirche. An ihn erinnert noch die Straßenbezeichnung Domstraße. Aber die Sache mit dem Dom ist eine andere Geschichte.

 

Fahne mit Hamburger Stadtwappen

Mühsam war der Weg zur Vereinheitlichung

Ursprünglich war die Burg rot auf weißem Hintergrund. In mehreren Versuchen zur Vereinheitlichung wurde festgelegt, dass die Burg weiß ist vor einem roten Hintergrund. Auch der Hintergrund variierte von weiß über rot zu purpur und wieder zurück zu rot.  Es gab Darstellungen mit und ohne Zinnen an den Türmen sowie mit und ohne angedeutetem Mauerwerk. 

Für eine Handelsstadt war es bedeutsam, beispielsweise alle Handelsschiffe mit einheitlichen Wappen und Flaggen zu kennzeichnen. Deshalb wurden die Bemühungen zur Vereinheitlichung des Wappens in jenen Zeiten besonders intensiviert, in denen Hamburg mit ausländischen Partnern über Handelsabkommen verhandelte.

Seit 1835 entspricht das Hamburger Wappen dem heutigen Aussehen, weiße Burg auf rotem Hintergrund mit Kreuz und Sternen sowie einem geschlossenen Tor. In dieser Form hat es sich dann auch im Laufe der Zeit durchgesetzt. Frühere Versuche zur Vereinheitlichung durch den Senat haben sich einfach nicht durchgesetzt. Nach dem 2. Weltkrieg vereinfachte man das Wappen noch einmal, indem das angedeutete Mauerwerk bei der Burg weggelassen wurde. Seither hat es die heutige Form.

 

Stadtwappen Altona

Das geschlossene Tor als Symbol für Hamburgs Unabhängigkeit

Wappen haben eine große symbolische Bedeutung. Deshalb gab es auch Diskussionen in Hamburg, ob es für eine weltoffene Stadt angemessen sei, das Tor im Wappen geschlossen darzustellen. Sollte es nicht vielmehr offen stehen, um zu zeigen, dass in dieser Stadt jedermann willkommen sei? Kritiker verwiesen dabei auf das Wappen der Nachbarstadt Altona, bei dem das Tor geöffnet dargestellt ist.

Allerdings verweist ein geöffnetes Tor im Wappen einer Stadt auf das Recht des Landesherren, diese jederzeit betreten zu dürfen. Aber genau das widerspricht natürlich der jahrhundertealten Unabhängigkeit Hamburgs. Ein solches Recht wollte Hamburg keinem Herrscher einräumen.

Das geschlossene Tor ist also ein Symbol für Hamburgs Unabhänigkeit und nicht für fehlende Weltoffenheit oder mangelnde Gastfreundschaft. Seien Sie also gerade auch deshalb herzlich willkommen in der Freien und Hansestadt Hamburg, trotz geschlossenem Tor im Stadtwappen.